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„Mahlsdorf braucht schnell eine Entlastung und eine leistungsfähige Straßenbahn für alle.“

Es ist jetzt amtlich: Die Ausschreibung der nächsten Planungsschritte für den S-Bahnhof Mahlsdorf hat begonnen und die inhaltliche Arbeit kann zeitnah starten. Was sagt die Fraktion DIE LINKE der BVV Marzahn-Hellersdorf zu der Entscheidung des Senats, welche Position hat sie zu der Bürgerinitiative „Tram statt PKW!“ und ist der Baubeginn ab 2022 überhaupt realistisch? Zu diesen Fragen äußert sich der Fraktionsvorsitzende Bjoern Tielebein im Interview. Zum Interview

Verkehr im Ortsteilzentrum Mahlsdorf: „Weiter so“ ist keine Lösung

Das Ortsteilzentrum Mahlsdorf ist längst an seine Grenzen gestoßen. Der überfällige 10-Minuten-Takt der Straßenbahn lässt immer noch auf sich warten und auch in Sachen Autoverkehr ist eine Neuordnung dringender denn je. Auch der geplante Schulneubau an der Straße der Schule erfordert eine Neugestaltung der Straßensituation. Darauf drängt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen schon seit Monaten. Die CDU und ihr Wirtschaftsstadtrat Johannes Martin lassen jedoch wenig Raum für einen Dialog erkennen. Bisher setzen sie auf ein „Weiter so“ und lediglich auf geringfügige Veränderungen der Situation – einem drohendenden Verkehrschaos zum Trotz.

Der Senat plant eine Umgehungsstraße mit der Straße an der Schule und dem „Neuen Hultschiner Damm“ sowie den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahntrasse nördlich und südlich der B1. Ziel ist es, einen verlässlichen 10 Minuten-Takt für die Straßenbahn zu schaffen, den Kreuzungspunkt mit der B1/B5 zu entlasten, den Umsteigebahnhof Mahlsdorf, der nun auch Regionalbahnhalt ist, attraktiver zu gestalten. Auch das Ortsbild im historischen Dorfkern soll aufgewertet werden. Zudem soll die neue Verkehrsführung mehr Sicherheit für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen bieten.

Der zuständige Bezirksstadtrat und mit ihm die CDU vertreten die Auffassung, eine Umgehungsstraße wäre abzulehnen und ein 10-Minuten-Takt der Straßenbahn sei auch ohne zweigleisigen Ausbau in der Hönower Straße machbar. Martins Parteikollege Mario Czaja meint eine zusätzliche Ausweichstelle der Straßenbahn sei ausreichend und der zweigleisige Umbau der Strecke nicht nötig. Allerdings schreibt der Senat in einer Antwort auf eine Anfrage von Czaja:

Ohne eine Entlastung der engeren Ortslage Mahlsdorf vom übergeordneten Kfz-Verkehr und den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn in der Hönower Straße kann kein stabiler 10-Minuten Takt im Straßenbahnverkehr angeboten werden.

Zu diesem Ergebnis kam auch der SPD-CDU-Senat wenige Jahre zuvor.

Auf Druck der Fraktion DIE LINKE gibt es aber seit dem Frühjahr Bewegung in der Sache. Der Planungsbeirat zur Verkehrslösung Mahlsdorf wurde am 23. Mai auf unsere Initiative hin ins Leben gerufen. Unser Antrag dazu wurde in der BVV-Sitzung im Januar 2018 beschlossen. Bereits am 23. April hatte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zu Informationsveranstaltung geladen und ihre Planungen mit einer Abwägung der Varianten vorgestellt. Am 11. September fand die zweite Informationsveranstaltung statt. Alle Präsentationen der Veranstaltungen können hier auf der Seite der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eingesehen werden. Weitere Informationen zum Beirat gibt es hier.