Machbarkeitsstudien statt Entscheidungen - Bezirk und Senat verzögern weiter ein Freibad für Marzahn-Hellersdorf!
Wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf am 19. Januar bekanntgab, bereiten die Berliner Bäderbetriebe aktuell eine weitere „Machbarkeitsstudie“ vor, die prüfen soll, ob ein Außenbecken neben der geplanten Typenschwimmhalle am Jelena-Šantić-Friedenspark in Hellersdorf umsetzbar ist. Die Studie soll 50.000 Euro kosten. Die Linke im Bezirk kritisiert, dass die Studie wertvolle Zeit frisst und die Umsetzung eines Kombibads für den Bezirk weiter hinauszögert.
„CDU und SPD sollten endlich diesen Eiertanz beenden“, sagt Bjoern Tielebein, Vorsitzender der Linksfraktion im Bezirksparlament. „Ob wir im Bezirk ein Freibad bekommen, ist keine Frage einer weiteren Machbarkeitsstudie, sondern des politischen Willens. Den scheinen CDU und SPD weiterhin nicht aufbringen zu können, denn sonst hätten sie schon längst politisch beschließen können, die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes dafür zu nutzen, in Marzahn-Hellersdorf ein Kombibad zu errichten. Dafür liegen alle bereits seit längerem alle notwendigen Untersuchungen vor.“
Der Hintergrund: Seit dem Frühjahr 2023 liegt eine Machbarkeitsstudie der Bäderbetriebe für ein Kombibad in Marzahn-Hellersdorf vor. Im Zuge des Haushaltschaos von CDU und SPD beschlossen die Koalitionspartner Anfang 2025 allerdings, kein Kombibad mit Schwimmbereich im Freien mehr zu errichten, sondern lediglich eine Typenschwimmhalle. Ob dieser Standort zusätzlich über ein Außenbecken verfügen soll, ließ man offen. Erst durch das Sondervermögen des Bundes, das es CDU und SPD überhaupt ermöglicht hat, einen Doppelhaushalt für Berlin aufzustellen, konnte die Koalition zusätzliche 40 Mio. Euro für neue Bäder in Berlin einplanen. Es stehen nun in Berlin insgesamt 108 Mio. Euro für drei neue Bäder (Pankow, Spandau und Marzahn-Hellersdorf) zur Verfügung: 68 Mio. Euro aus einem Berliner Sondervermögen und 40 Mio. Euro als Anteil aus dem Sondervermögen des Bundes. Unklar ist weiterhin, wieviel die jeweiligen Bäder kosten werden und ob diese mit den zur Verfügung stehenden Mitteln auch ausfinanziert sind. Weder Senat noch Bäderbetriebe haben dazu bisher klare Aussagen treffen können.
In der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 22.01. behauptete Baustadträtin Heike Wessoly (CDU) wieder, das Bezirksamt arbeite an einer Lösung, bei der Schwimmhalle und Außenbecken zeitgleich fertiggestellt würden. Doch das Problem bleibt bestehen: Das sind nur vage Versprechungen, keine verbindliche Planung. Auf Nachfrage unserer Verordneten wälzte Wessoly die Verantwortung auf die Berliner Bäderbetriebe ab und konnte keine Auskunft geben, wann der Baubeginn geplant ist und aus welchem Topf er finanziert werden soll. Während Senat und Bezirksamt vorgaukeln, der Bau würde nun beschleunigt werden, ist in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall: Das Projekt wird ins Ungewisse verschoben. Bisher wurde wenigstens der Baubeginn der Schwimmhalle für 2027 fest zugesagt, jetzt gibt es gar keine zeitliche Festlegung mehr.
