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Equal Pay Day 2022

Bilanz 2022: bis zum heutigen Tag haben berufstätige Frauen umsonst gearbeitet. Sie erhalten rund 18% weniger Bruttostundenlohn als ihre männlichen Kollegen (statistisches Bundesamt 2020). Das entspricht 66 Tagen unbezahlter Arbeit.

Dazu erklären Stefanie Wagner-Boysen, gleichstellungspolitische Sprecherin, und Laurenz Terl, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf:

„Noch immer klafft eine große Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, die sich in den vergangenen Jahren nur sehr langsam verringert hat. Im europäischen Vergleich sind wir damit sogar Schlusslicht. Zwar ist diese sogenannte Entgeltdiskriminierung gesetzlich verboten, jedoch wurde bislang wenig unternommen, um Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern zu beseitigen.

Für uns ist es nicht akzeptabel, dass Frauen im Jahr 2022 immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Die Lohnlücke muss nun endlich mit rechtlichen Maßnahmen geschlossen werden. Insbesondere in Hinblick auf die Digitalisierung des Arbeitsmarktes muss sichergestellt werden, dass Frauen und Männer gleichermaßen von den neuen Möglichkeiten profitieren können. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist nämlich das Gegenteil der Fall: Neben der Arbeit im Home-Office müssen Frauen auch noch die Kinderbetreuung und weitere Care-Arbeit leisten, was sie vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Hinzu kommt, dass Frauen ohnehin öfter in Teilzeit arbeiten oder prekär beschäftigt sind, um z.B. die Betreuung der Kinder zu gewährleisten. Wir sehen es hier als unbedingt notwendig, dass Care-Arbeit endlich entsprechend honoriert und anerkannt wird. Zusätzlich braucht es hochwertige, verlässliche und flexible Kinderbetreuung.“