Gedenkveranstaltung 90 Jahre NS-Zwangslager Marzahn: Gedenken verpflichtet zum Handeln
Am kommenden Sonntag (14.06.2026) findet eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 90. Jahrestages der Errichtung des NS-Zwangslagers Marzahn für die verschleppten, entrechteten und ermordeten Sinti und Roma statt. Petra Rosenberg, Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn, lud zu dieser Gedenkstunde ein.
Die Linksfraktion brachte zur vergangenen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (21.05.2026) eine Resolution für dieses Gedenken sowie zur Würdigung und zum Bekenntnis lebendiger Erinnerungskultur ein, welche überfraktionell einstimmig beschlossen wurde. Zudem setzt sich die Linksfraktion mit ihrem Antrag „Historische Verantwortung bekennen, aktiv gegen Antiziganismus eintreten“ neben einem würdigen Gedenken für die nachhaltige Stärkung der historischen Bildung über das Zwangslager Marzahn und eine klare Abgrenzung zum Antiziganismus im Bezirk ein. Dazu gehören unter anderem die Förderung bestehender Beratungs- und Unterstützungsangebote für von Antiziganismus betroffene Menschen, die dauerhafte Sicherung und Aufwertung des Erinnerungsorts (z. B. durch regelmäßige Reinigung der Tafeln, verbesserte Beschilderung, barrierefreien Zugang, Erweiterung der Informationstafeln um biografische Aspekte) sowie die Benennung einer bezirklichen Beauftragten für Erinnerungskultur und Antiziganismus- und Antisemitismusprävention.
Dazu erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf Björn Tielebein:
„Vor 90 Jahren, im Sommer 1936, begann mit der Errichtung des Zwangslagers Marzahn die systematische Verschleppung, Ausbeutung und letztlich auch Ermordung der Berliner Sinti und Roma. Dieses Unrecht verpflichtet uns nicht nur zur Erinnerung an die ermordeten und überlebenden Opfer, sondern auch zum entschlossenen Handeln gegen Antiziganismus in der Gegenwart. Hass, Hetze und rassistische Gewalt gegen Sinti und Roma sind auch heute Realität in Berlin und Marzahn-Hellersdorf. Ein ernsthaftes Gedenken kann daher nicht bei der Geschichte stehen bleiben, sondern muss sich im aktiven Eintreten für die Rechte und die Würde unserer Nachbarinnen und Nachbarn bewähren.“

