Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

„Animal Aided Design“ – ein neuer Ansatz für nachhaltiges Bauen

„Animal Aided Design“ bedeutet übersetzt „tiergerechtes Entwerfen“ – ein Planungsansatz, der Tiere langfristig im städtischen Raum ansiedeln soll. Ziel ist es, geeignete Nischen für Säugetiere, Reptilien und/oder Vögel im urbanen Raum zu schaffen. Gleichzeitig wird auch die Lebensqualität der Menschen in der Stadt gesteigert, da somit mehr Naturnähe generiert wird.

Tatsächlich bieten Städte eine weitaus größere Artenvielfalt als ihr jeweiliges Umland, wie z.B. intensiv genutzte Agrarlandschaften oder Waldflächen mit Monokulturen. Der urbane Raum setzt sich aus mehreren unterschiedlichsten Biotopen zusammen – Gärten und Wasserflächen, aber auch manchmal Mauern und Dachstühle bieten Flora und Fauna einen Lebensraum. Daher wählen auch viele Tiere die Stadt als ihren Lebensraum. Selbst einige gefährdete Tierarten bewohnen mittlerweile diese „städtischen Sekundarstandorte“ und ziehen diese den Standorten außerhalb der Stadt vor. Dennoch wird auch die Artenvielfalt im Zuge der dichten Bebauung städtischer Flächen gefährdet, nicht immer funktionieren Ausgleich und Ersatz.  

Bei der Umsetzung von „Animal Aided Design“ geht es nun darum die Bedürfnisse der am Standort zu erwartenden Tierarten gleich in die Planung der Bebauung und deren möglichst naturnaher Gestaltung einzubeziehen. Zu Beginn der Entwurfsplanung werden die Zielarten (z.B. Igel, Singvögel, Fledermäuse oder Schmetterlinge) definiert. Deren Ansprüche werden anschließend bei der Freiraumgestaltung und der Gebäudearchitektur sowie den notwendigen Pflegekonzepten einbezogen.

Gibt es nicht auch in einem „grünen“ Bezirk wie Marzahn-Hellersdorf die Möglichkeit ein oder mehrere Musterprojekte zu realisieren? Die politische Herausforderung ist, dass wir uns nicht nur dem Klimawandel, sondern auch der Krise der natürlichen Artenvielfalt stellen und daraus Ansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung weiterbringen müssen.

Wir werden das Thema in die politische Debatte einbringen.

Frank Beiersdorff
Umweltpolitischer Sprecher