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Eine Erde – für uns alle

Es hat fast den Anschein, als gäbe es die Klimakrise nicht mehr und auch um unsere Umwelt müssen wir uns nicht mehr sorgen. Die Umwelt- und Klimaprobleme wirkten vergessen, als Corona die Regierungen dieser Welt vor große Herausforderungen stellte und immer noch stellt. Auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine lässt anscheinend keinen Raum für die wohl wichtigsten Aufgaben unserer Zeit: den Schutz und Erhalt unserer Umwelt und die Suche nach Lösungen um der Klimakrise so gut wie möglich entgegenzuwirken.

Doch damit begehen wir einen großen Fehler. Denn der Klimawandel wartet nicht, bis wir wieder Zeit haben uns ihm zu widmen, bis wir alle anderen Krisen und Probleme bewältigt haben. Das Artensterben und die Zerstörung unserer Umwelt gehen weiter und das mit verheerenden Folgen vor allem für die Menschen im globalen Süden: Dürren, Hungersnöte und daraus resultierende Konflikte um Ressourcen und Migration. Aber auch wir in Deutschland merken immer mehr, wie sich die klimatischen Verhältnisse verändern und welche Auswirkungen dies auf die Umwelt, unsere Landwirtschaft und unsere Wirtschaft hat. Die Uhr tickt, und das unaufhörlich. Ist es noch fünf vor zwölf oder haben wir den Zeitpunkt schon verpasst, an dem wir noch etwas ändern können? Muss uns erst wortwörtlich das Wasser bis zum Hals stehen, bis wir verstehen, dass die Klimakrise die größte Krise unsere Zeit ist und die Zukunft aller nachfolgender Generationen von unserem Handeln abhängt?

Eins haben uns die Coronakrise und der Krieg gegen die Ukraine gezeigt: die viel gelobte schwarze Null war doch nicht so unantastbar, wie man uns Glauben machen wollte, wenn es um die Finanzierung klimapolitischer Lösungen und Projekte ging.

Es war kein Problem mehr, hohe finanzielle Mittel bereitzustellen um die Wirtschaft während der Coronakrise zu stärken, ein 130 Milliarden schweres Konjunkturpaket, von dem allerdings Familien und die Mittelschicht nicht wirklich etwas abbekommen haben. Allein die Lufthansa hat doppelt so viel Geld bekommen, wie der Corona-Bonus für Familien die Regierung kostete. Aber die damalige Regierung hat die Chance vertan, ihre Finanzierungshilfe an die Lufthansa an Auflagen zu knüpfen, die eine positive Auswirkung auf Klima und Umwelt gehabt hätten. Und jetzt, im Zuge des russischen Angriffskrieges wird der Rüstungsetat Deutschlands mit einem Sondervermögen von 100 Milliarden aufgestockt.

Doch gerade Militär und Kriege haben verheerende Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Militärische Einsätze zerstören Felder und Wälder. Gewässer werden verunreinigt. Waffeneinsätze haben zudem oft durch Schadstoffe ausgelöste Langzeitfolgen auf Mensch und Natur. Aber nicht erst bei ihrem Einsatz haben Waffen und militärische Fahrzeuge drastische Folgen auf unser Klima. Bereits bei ihrer Herstellung werden wichtige Ressourcen verbraucht und gewaltige Co² Emissionen freigesetzt. Die Ampel-Koalition agiert zurzeit äußerst ambivalent, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden soll, gleichzeitig aber horrende Summen für die Aufrüstung ausgegeben werden.

Stefanie Wagner-Boysen, Fraktionsgeschäftsführerin und Sprecherin für Umwelt und Klimaschutz bezieht klar Stellung:

Wenn wir nicht endlich die Reißleine ziehen und große Hebel in Bewegung setzen, ist die Chance noch einen positiven Einfluss auf das Klimageschehen zu haben, passé. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten auf allen Ebenen der Wirtschaft und des Zusammenlebens massiven Umweltschutz zu betreiben. Selbst Henry Kissinger sieht eine diplomatische Lösung für das Ende des Kriegs als viel zielführender. Lasst uns die 100 Milliarden Euro nicht vergeuden. Lasst uns damit endlich einen Meilenstein im Klima- und Umweltschutz setzen.