Das Kind muss an die frische Luft! - Sanierungsstau an Schulhöfen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Die Lage auf den Schulhöfen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist offenbar noch dramatischer als bisher angenommen - das zeigt die Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke). Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte bereits am 23. Mai einen Dringlichen Antrag beschlossen, der das Bezirksamt zum Handeln auffordert. Angesichts der neuen Informationen bekräftigt die BVV-Linksfraktion nun ihre Forderungen.

Das Problem betrifft nicht nur eine Handvoll Schulen, sondern insgesamt 22 Schulhöfe sind aktuell aufgrund von Sicherungsmaßnahmen (teilweise) gesperrt. Sage und schreibe 14 Schulhöfe weisen einen dringenden (!) Sanierungsbedarf auf. Die Kosten für eine Sanierung der Schulhöfe schätzt das Bezirksamt auf rund 52 Millionen Euro.

"Das nimmt immer größere Ausmaße an!", meint Steffen Ostehr, der für die Linksfraktion im Schulausschuss des Bezirksparlaments sitzt. "Diese Kostenschätzung lässt erahnen, in welch desolatem Zustand sich die Schulhöfe des Bezirks befinden. Umso wichtiger ist, dass das Bezirksamt sich so schnell wie möglich um Übergangslösungen kümmert und Abhilfe schafft. So kann es nicht weitergehen! Notfalls muss man sich Hilfe holen, wo es nur geht."

Doch Senat und Bezirksamt haben offenbar nicht vor, sofort für Ersatz- oder Ausgleichsflächen zu sorgen, wie die Antwort auf Ronneburgs Anfrage zeigt. Es steht also zu befürchten, dass Schülerinnen und Schüler bald Hofpausen im Gebäude verbringen müssen, bis die Gefahrenstellen auf den Höfen beseitigt sind. Lediglich für die im Bau befindliche 36. Grundschule in Hellersdorf bereitet das Bezirksamt gerade Grünanlagen vor, da dort aktuell noch gar keine Schulhofflächen existieren. Hinzu kommen außerdem weitere sechs Schulen, deren Außenanlegen zwar nicht abgesperrt, aber auch noch nicht vollständig fertiggestellt sind. Für fünf von diesen Schulen terminiert das Bezirksamt die Fertigstellung erst auf 2025.

Wir bleiben bei unseren Forderungen: Das Bezirksamt muss den BVV-Beschluss einhalten, die Baumaßnahmen beschleunigen und ggf. für Übergangslösungen sorgen!