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So in etwa wird die Freifläche bebaut werden. Die Fläche südlich der schwarzen Linie bis zur Trusetaler Str. soll mit einem Möbelmarkt bebaut werden. (© OpenStreetMap-Mitwirkende)

Bonava baut Wohnungen an der Märkischen Allee/Wuhletalstraße

Am 7. August stellte die Bonava Deutschland GmbH im Haus der Begegnung M3 an der Mehrower Allee ihre Pläne für die noch im August startende Bebauung einer Fläche zwischen der Märkischen Allee, der sie kreuzenden Wuhletalstraße und der Trusetaler Straße vor. Die Fläche ist vielen Anwohnerinnen und Anwohner auch als sog. Allkauf-Fläche bekannt, da hier bis Mitte der 90er eine Kaufhalle mit diesem Namen existierte.

Bonava hatte laut eigener Auskunft das nördliche Teilstück der Fläche am 3. Juli 2018 von der GFRK Hausverwaltungs- und Entwicklungs GmbH und der SMRK Gesellschaft für Wohn- und Gewerbebau mbH erworben. Wohnungsbau ist hier seit etwa 2015 angedacht. Zwischenzeitlich war auch von drei bis zu 30-geschossigen Wohntürmen die Rede.

Was soll gebaut werden?
Bonava plant entlang der Trusetaler Straße/Wuhletalstraße in Nord-Süd-Richtung sowie am südlichen Ende des Grundstücks jeweils einen längeren Block und entlang der Rampe von der Märkischen Allee zur Wuhletalstraße drei weitere kleinere Gebäude. Jedes dieser fünf Gebäude entsteht achtgeschossig. Direkt an der Märkischen Allee ist ein 21-Geschosser geplant, für den allerdings noch keine Baugenehmigung vorliegt. Alle der insgesamt 579 Wohnungen sollen über Balkone oder Terrassen verfügen, ein Müllsystem mit Unterflurcontainern, doppelstöckige Fahrradstellplätze sowie 143 PKW-Stellplätze sind ebenso geplant. Während die Wohnungen in den Achtgeschossern Mietwohnungen werden sollen, sind für den 21-Geschosser 203 Eigentumswohnungen vorgesehen. In der Mitte soll ein ruhiger und grüner Innenhof mit Spielplatz, Sportmöglichkeiten und Ruhezonen entstehen. Junge Familien mit Kindern und Bewohner*innen mittleren Alters sind laut Bonava die Zielgruppe für die Wohnungen.
Aus linker Perspektive stellt sich die Frage, wer letztendlich die Mietwohnungen übernehmen wird und welche Mietpreise hier aufgerufen werden. Das konnte Bonava bislang noch nicht beantworten.

Ab wann wird gebaut?
Mit den Erdarbeiten für den südlich gelegenen Achtgeschosser wird noch im August dieses Jahres begonnen. Ende 2020 soll dieser fertiggestellt sein. Der Baubeginn für das Hochhaus ist für 2020 geplant. 2023 soll das gesamte Ensemble stehen. 

Verkehr und soziale Infrastruktur
Bei der Vorstellung der Pläne gab es vor allem Fragen zur Verkehrssituation. Die Baustellenzufahrten sind von der Märkischen Allee, der Wuhletalstraße sowie von der Rampe von der Märkischen Allee zur Wuhletalstraße aus geplant. Weiter waren der Lärmschutz und die Versorgung – Kita, Schule und Dinge des täglichen Bedarfs – Thema. Bonava antwortete, dass die direkt am Wohngebiet anliegenden Straßen von den Bautätigkeiten verschont bleiben würden. Lärm und Staub werde es aber trotzdem geben. Zum Bedarf an Versorgungseinrichtungen sowie sozialer Infrastruktur informierte Bonava, dass im Erdgeschoss des Hochhauses Gewerbe und eine Begegnungsstätte für die Bewohnerinnen und Bewohner geplant seien. Wir als Linksfraktion werden zur Frage der sozialen Infrastruktur (Schule, Kita) kritisch beim Bezirksamt nachhaken. Denn auch rund um das Plaza Marzahn entstehen neue Wohnungen durch die Degewo und einen privaten Investor, der neben dem Gesundheitszentrum ein Hochhaus mit 14 Geschossen plant.

Möbelmarkt im Wohngebiet?
Fraglich ist außerdem, was zukünftig mit der südlichen Brache zwischen Trusetaler Straße und Märkischer Allee geschehen soll. Unser Stand ist, dass diese Fläche dem österreichischen Möbelunternehmen XXXLutz gehört. Der noch in der letzten Wahlperiode beschlossene und gültige Bebauungsplan 10/60b legt ausdrücklich den Bau eines Möbelmarktes fest. Laut der Begründung zum Einleitungsbeschluss des Bebauungsplans 10-103 (Änderungsplan zum Bebauungsplan 10/60b) sollte schon im Sommer 2018 mit dem Bau eines Mitnahmemöbelmarktes "Mömax" begonnen werden. Dieser darf laut Bebauungsplan bis zu 14 Meter hoch werden.

Solche Planungen müssen immer wieder überprüft werden und ggf. neuen Begebenheiten angepasst werden. Das nunmehr bekannte Wohnungsbauprojekt macht dies erforderlich. Denkbar wären auf dieser Fläche eher eine Kita, weitere Wohnungen, gestaltete Grünflächen sowie PKW-Stellplätze für die neuen Anwohnerinnen und Anwohner. In jedem Fall erwarten die Bürgerinnen und Bürger Antworten darauf, wie es mit der Fläche südlich des neuen Wohngebietes von Bonava weitergehen soll. Ein Möbelmarkt wäre die denkbar schlechteste Variante in dem dann dicht bebauten Gebiet.