Niemand ist vergessen! - Benennung einer Parkanlage nach Nguyễn Văn Tú muss noch vor dem Jahrestag seiner Ermordung beschlossen werden
Am 24.04.1992 wurde Nguyễn Văn Tú von einem Neonazi niedergestochen und erlag seinen Verletzungen. Im April jährt sich dieser Mord zum 34. Mal. Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte bereits im April 2025 beantragt, dass in Marzahn eine Parkanlage im Gedenken in Nguyễn-Văn-Tú-Hain umbenannt wird. Im Mai 2025 wurde der Antrag der Linken in den BVV-Kulturausschuss überwiesen, dort jedoch wiederholt vertagt. Daher hofft die Linke, dass das Verfahren kurz vor dem Jahrestag der Ermordung beschleunigt und eine Umbenennung rechtzeitig beschlossen werden kann. Der BVV-Kulturausschuss hat den Antrag kürzlich an die sogenannte Gedenkorte-Kommission weitergereicht. Wenn die Kommission und der Ausschuss zügig zu einer Entscheidung kommen, wäre ein BVV-Beschluss im April noch möglich - und damit vor dem erneuten Jahrestag des Mordes.
Berlinweit gibt es bisher nicht eine einzige Straße, die einen vietnamesischen Namen trägt - und das, obwohl die vietnamesische Community zahlenmäßig eine der größten migrantischen Communities der ganzen Stadt ist. Daher wäre die Umbenennung der Parkanlage ein wichtiges Symbol. Die Community muss umfassend in die Gestaltung des Gedenkortes eingebunden werden. „Weitere Verzögerungen sollten nun unbedingt vermieden werden“, sagt Bjoern Tielebein, Vorsitzender der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf. „Dass der Name des Opfers auf einem offiziellen Schild im öffentlichen Raum erscheint, ist ein weiterer wichtiger Schritt und eine Mahnung im Gedenken an Nguyễn Văn Tú und alle Opfer rassistischer Gewalt der 90er Jahre.“

